Ayako, du begleitest unsere Archivprojekte bei der Erschließung von Beständen und dem Erhalt von Archivalien. Welche Rolle spielt dabei das Verzeichnen?
Die Verzeichnung ist Herzstück und Basis eines Archivaufbaus. Ich erschließe Bestände, indem ich sie ordne, beschreibe und in einen nachvollziehbaren Kontext bringe. Konkret vergebe ich Signaturen, datiere das Material und halte fest, worum es jeweils geht. Diese Daten werden in die Archivdatenbank eingepflegt und verschlagwortet. Ohne diese strukturierte Erfassung wären viele Archivalien zwar physisch vorhanden, aber praktisch „unsichtbar“, weil sie niemand gezielt finden oder einordnen könnte. Verzeichnung schafft also die Voraussetzung dafür, dass mit den Materialien überhaupt gearbeitet, geforscht oder erzählt werden kann.
Auch die konservatorische Behandlung von Archivalien gehört zu deinen Aufgaben. Was umfasst dieser Bereich – und mit welchen typischen Schäden oder Herausforderungen hast du dabei zu tun?
Die konservatorische Behandlung sorgt dafür, dass Archivalien langfristig erhalten bleiben. Das umfasst zum Beispiel die fachgerechte Reinigung, das Entfernen von Metallteilen wie Büroklammern, die Umlagerung in säurefreie Materialien oder auch kleinere Sicherungsmaßnahmen bei beschädigten Unterlagen. Häufig habe ich es mit vergilbtem, brüchigem Papier, Rissen oder Verformungen zu tun. Die Herausforderung besteht darin, so schonend wie möglich vorzugehen und den Originalzustand zu bewahren, während man gleichzeitig die Nutzbarkeit wiederherstellt. Besonders schlimm sind Schädlinge oder von Schimmel befallene Bestände. Dann gilt es zu retten, was zu retten ist, und zu sichern, was bisher verschont geblieben ist.

Du arbeitest täglich mit einzigartigen historischen Dokumenten und Objekten. Was sind deine liebsten Archivalien?
Besonders beeindruckend finde ich historische Fotobestände, insbesondere Produktfotos. Dabei kann man historische Produkte direkt mit aktuellen Modellen vergleichen und erkennen, wie stark sie sich weiterentwickelt haben. Mich interessieren auch die damaligen Herstellungsprozesse und die dazugehörigen Geräte. Die Geräte und Methoden, die in der Vergangenheit zur Verfügung standen, unterscheiden sich oft deutlich von den heutigen. Anhand der Fotos lässt sich zudem erahnen, wie die Menschen früher mit Herausforderungen umgegangen sind und wie ideenreich sie dabei waren.
Gab es einen Fund, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie viel Leben in Dokumenten steckt. Dies gilt besonders für personenbezogene Akten von Menschen, die ich nicht persönlich kenne. Ich sehe sie auf Fotos und weiß, welche Funktion sie im Unternehmen innehatten, habe aber sonst kaum Wissen über sie. Wenn ich jedoch auf persönliche Informationen stoße – Schulausweise, Krankenversicherungskarten oder auch Genehmigungen zur Grenzüberschreitung zwischen DDR und BRD –, bekommt die Person auf einmal Tiefe und wirkt lebendig. Das ist für mich immer ein besonderer Moment: Menschen aus der Ferne und aus einer anderen Zeit auf diese Weise kennenlernen zu dürfen.

Wir machen jedes Projekt zu unserer gemeinsamen Sache. Die Wege sind individuell, denn jede*r von uns hat ganz eigene Vorstellungen davon, wie sein Workspace gestaltet sein soll. Klar, dass wir die unterschiedlichsten Optionen anbieten, bei uns zu arbeiten. Die entscheidenden Momente teilen wir im Team: starke Ideen, Projekterfolge und nicht zuletzt das Vertrauen unserer Kunden.
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