bupview #2 – Ramona
Historikerin Ramona über die aufregende Welt der Archive
28. März 2024

Ramona, welches Geheimnis über Archive wolltest du schon lange verraten?
Dass Archive unglaublich spannende Arbeitsplätze sind! Als Archivar*in ist man Hüter*in der gesamten Überlieferung eines Unternehmens oder einer Kommune und somit Ansprechperson für alle Fragen, die mit der Geschichte dieser Institution zu tun haben. Man kommt in Kontakt mit verschiedensten Menschen aus allen Teilen der Welt, die auf der Suche nach Informationen sind. Beispielsweise ein südamerikanischer Sammler, der die Entwicklungsgeschichte seiner Objekte erfahren möchte, oder eine Australierin, die Auskünfte über ein altes Familienerbstück suc
Unter all deinen Archiv-Funden: Was ist dein aktuelles Highlight?
Der handgeschriebene Lebenslauf eines Unternehmensgründers aus dem 19. Jahrhundert, über den bislang nur wenig bekannt war. Ein Highlight war dieser Fund deshalb, weil die vorausgehende Recherche abenteuerlich war. Über Zufälle und Ecken bin ich durch das beinahe 100 Jahre alte Mitgliederverzeichnis einer Freimaurer-Loge auf eine Akte gestoßen, die diesen Lebenslauf enthielt. Das war ein überraschender und aufregender Fund.

Säurefreie Schatzkisten in grau
Wann ist ein Archiv ein gutes Archiv?
Aus der Perspektive der Nutzerin würde ich sagen, wenn es serviceorientiert arbeitet. Damit meine ich, dass es persönliche Kontaktpersonen gibt, dass ich umfassende Antworten bekomme oder im Fall einer negativen Auskunft weiterführende Recherchehinweise, und dass mir schnell und unbürokratisch geholfen wird.
Aus der Perspektive der Archivarin finde ich ein Archiv gut, wenn es – die Einhaltung der üblichen Standards vorausgesetzt – auf dem neuesten Stand der Technik ist, über eine intuitiv zu bedienende Datenbank verfügt und fachlichen Austausch mit anderen Archiven betreibt.